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Der Pico schaut mit seiner Schneekuppe aus den Wolken, einfach schön

Donnerstag, 14.05.2026

Etmal 77nm noch 1325nm bis Cherbourg Tag 1 auf See seit gestern 44nm zum Ziel

Mit Sonnenaufgang beginnt wieder die Arbeit an dem Autopiloten. Über Nacht ist alles dicht geblieben. Aber dass trotz des Hydraulikflusses keine Bewegung stattfindet, ist irgendwie unschön. Es kann nur an der Elektromagnetspule liegen, welche am Ende des Zylinders montiert ist. Ihre Aufgabe ist es die Rücklaufleitung zu schließen, wenn der Autopilot in Betrieb ist.

Es ist immer wichtig sofort alle Verbindungen gut zu dokumentieren.

Beim Abnehmen des Steckers vom Anschluß der Spule finde ich einen abgebrochenen und völlig korrodierten Kontakt. Das ist der Fehler. Ohne Strom kein Magnetfeld. Also eine Hilki Spezial OP: Aus einem Flachstecker biege ich einen neuen Kontakt, fräse einen kleine Vertiefung an den alten Stummel und verlöte das Ganze. Mein Kumpel Erwin als Mess- und Regeltechniker aus dem Stahlwerk würde es lieben, Achim, der gute Freund, welcher sich aktuell um unser Haus kümmert, würde als Elektriker den Kopf schütteln und sich mit zwei Schritten an die Reling von der Reparatur distanzieren, Herr Meyer würde bejammern, daß man so etwas nicht bei Westfalia bekommen kann, Wilhelm Kopske würde kurz und knapp sagen, daß die FW190 auch keinen Autopiloten hatte, Siegfried Schön würde sich leise etwas in den Bart grummeln und Erich würde wortlos zur Heizung in den Keller gehen, die ganz nebenbei auch nicht mehr funktioniert.

Das rostige Gehäuse der Spule, welche ein Ventil im Zylinder öffnet und schließt.

Und siehe da, mit dem Kompass kann ich den Aufbau des Magnetfeldes nachweisen. Es funktioniert wieder komplett!!!!

Einfache Physik, wie bei Wilhems Sohn Manfred im Christian-Rohlfs-Gymnasium gelernt
Mit geschlossen Augen, wirkt der Kaffeeduft noch besser
Okay, es steht ein Brötchen mehr auf dem Bon als in der Tüte vorhanden, der Preis ist trotzdem erstaunlich.

Wir machen Inventur im Kühlschrank, alles muss raus und bereiten uns zur Feier des Tages einen Luxus-Obstteller zum Frühstück.

Die Abfahrt aus Horta zieht sich allerdings noch ein wenig dahin. Erst muss alles Werkzeug aufgeräumt werden, dann versuchen wir noch Diesel aus der Tankstelle zu erhalten und gehen duschen. Als wir dann gegen 16:00 Uhr endlich loskommen, besteht der Autopilot sogar den Praxistest.

Ein Frachter, der in Horta festgemacht hatte, fährt einige Zeit nach uns los und überholt uns auf dem Weg zur Insel São Jorge. Witziges Ladungsdetail ist der Kleinwagen auf den Containern.

Die Ilha da Madeira lag eben noch mit uns im Hafen von Horta
Da wird abenteuerlich, aber effizient verladen