Die Probleme des Autopiloten sind mannigfaltig. Nach seiner Zerlegung und neuen Montage ist er selbst dicht, aber an anderer Stelle läuft nach dem Befüllen das Hydrauliköl in Strömen aus. Ein Blick mit dem Handy in eine kleine Öffnung lässt einen kaputten Schlauch erkennen. Also gehen Sie zurück auf Start, kassieren Sie keine 4.000 Mark oder wie hieß noch der Spruch bei Monopoly? Mit einiger Mühe lege ich alle drei Schläuche frei und keiner bleibt heile. Vermutlich sind alle so alt wie unsere Stoïste, knappe 23 Jahre. Harry leiht mir eines seiner Fahrräder und nennt mir eine Adresse. Dort angekommen, ist der einzige Mitarbeiter, welcher die Schläuche fertigen kann, in Lissabon im Urlaub, aber ohne zu zögern nennt mir die Chefin eine andere Firma und ab geht es nochmal in das Industriegebiet. Da habe ich großes Glück. Es ist bereits kurz vor Feierabend, aber der zuständige Mitarbeiter lässt seine angefangene Arbeit liegen und beginnt direkt damit die Schläuche zu fertigen. Eine dreiviertel Stunde später liegen die Schläuche so wie gewünscht vor mir und das für insgesamt 64,– Euro. Diesen Service und Preis hätte ich auf dem Kontinent sicher nicht bekommen!

Zurück am Boot baue ich alles wieder ein und muss mich sputen, da Hacko und Nora heute für uns grillen. Nun ist alles dicht, aber der Zylinder bewegt sich keinen Millimeter. Es ist schon etwas zum verzweifeln. Aber es nutzt nichts, Hacko hat schon einmal Holzkohle nachgelegt und heute komme ich hier einfach nicht weiter.

Es ist Mittwoch und damit der Nachmittag der Nachwuchsförderung. Das scheint überall gleich zu sein egal ob in Norddeich oder auf Faial. Vier Optimisten ziehen im Hafenbecken ihre Kreise und werden begleitet.




Eines der Ruderboote setzt auch zum Training an. An den Tagen vorher konnten wir erleben wie es frisch lackiert gewässert und damit schwimmfähig gemacht wurde. Ein kleines Spektakel.

Unser Bild im Hafen darf nicht fehlen. Der komplette Steg, die Hafenmauer und die freien Wände der Gebäude sind verziert mit Bildern von Yachten, die in Horta angekommen sind. Wir haben uns den Fuß des Elektrokastens an Steg J ausgesucht. Er liegt gegenüber der Stoïste, so können wir auf einfache Weise erst weiß grundieren, skizzieren und dann mit blau ausarbeiten. Während wir abwechselnd platt auf dem Bauch vor dem Kasten liegend an dem Bild arbeiten, kommt eine offizielle portugiesische Delegation in Uniform an uns vorbei, geht auf Steg J um ein neues Boot der Grenzkontrollbehörde GNR zu begutachten und bleibt auf dem Hinweg neben mir und auf dem Rückweg neben Philipp bewundernt stehen, begutachtet unser Werk, macht Bemerkungen auf portugiesisch dazu und zieht wieder von dannen. Das war eine seltsame Begegnung;)


