Etmal 91nm und noch 346nm bis Brest Tag 9 auf See
Eigentlich würden wir heute die 10.000nm Segelstrecke seit der Abfahrt aus Norddeich überschreiten. Aber leider haben uns vorgestern zwei russische Tanker passiert, welche offensichtlich GPS Störsender an Bord haben. Jedenfalls hat der Kartenplotter zwischendurch aufgrund gefälschter Positionsangaben unser Boot mit Überschallgeschwindigkeit berechnet und die Gesamtstecke über den 10.000nm Bereich katapultiert. Das Phänomen war mir persönlich bisher vor allem aus der Ostsee und auch aus dem östlichen Mittelmeerraum vom Fliegen bekannt. Blöd, daß diese Methodik sich jetzt auch auf den Atlantik ausweitet. Da unsere Windfahne steuert, hat es glücklicherweise keinen großen Einfluss auf unsere Navigation gehabt.
In der Nacht zieht die Kaltfront durch und schnell müssen die Segel gerefft werden, da der kräftige Regen auch immer mit starken Windböen einhergeht. Das ist im Dunkeln nur im Radar zu sehen, welches aber nachts immer läuft, um Kollisionen zu verhindern.

Während wir unseren Zick Zack Kurs zwischen den Schauern fahren, stimmen wir uns mit dem Frachter MV Praia Mole, einem 229m langen Stückgutfrachter auf dem Weg von Sept Iles, Canada nach Hamburg, ab, damit dieser weiß, daß wir ihm nicht in die Quere kommen.

Nachdem der letzte Teil der Front durchgezogen ist, wird das Wetter wirklich schön und wir können sogar schon grob den restlichen Verlauf der Strecke planen. Aber nach der schlafarmen Nacht wird erst einmal draußen gefrühstückt.

Danach holen wir den Schlaf nach und tanken die Wärme der Sonne, da es im Boot immer noch ziemlich kalt ist.


In der Nacht schläft der Wind ein und wir müssen den Motor zur Hilfe nehmen, um weiter voranzukommen.
