Etmal 96nm und noch 250nm bis Brest Tag 10 auf See
Heute hat das Hochdruckgebiet uns fest im Griff. Mit Hilfe des eisernen Segels motoren wir Richtung Osten um die Flaute zu durchqueren. Die sehr ruhige See lässt uns weiter über die Meeresoberfläche gucken als es sonst tief in den Wellentälern möglich ist.
Dadurch sehen wir zum ersten mal auf unserer Reise Orcas. Auch wenn es natürlich eine leicht besorgte Erregung erzeugt, sind die etwa acht Meter langen Tiere sehr imposant. Sie kreuzen schräg hinter unserem Boot mit ausreichend Abstand unser Kielwasser, schwimmen gradlinig an uns vorbei und verschwinden auf große Entfernung wieder. Aus den Berichten anderer wissen wir, daß die für Segler gefährliche Orcagruppe gerade in der Straße von Gibraltar ihr Unwesen treibt und daher von diesen keine Gefahr ausgeht.
Gefolgt werden die Wale von verschiedenen Delphingruppen, von denen manche sehr schnell wie die Orcas in Richtung Südosten ziehen.
Zum Abschluß folgen noch einige Finnwale, die an unserem Boot vorbeischwimmen. So viele verschiedene Meersäuger haben wir bisher noch nicht an einem Tag gesehen.

In dem glatten Wasser fallen uns später immer wieder leichte Bewegungen auf, die sich erst bei genauer Betrachtung als kleine Krebse entpuppen. Sie fressen die kleinen portugiesische Galeeren, die wie Seifenblasen auf dem Wasser schwimmen. Es fliegen auf einmal auch mehr Weißbauchtölpel umher, die wiederum die Krebse fangen und fressen. Das ist halt so der Kreislauf der Natur.


