Du betrachtest gerade Dienstag, 03.02.2026

Dienstag, 03.02.2026

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Allgemein

Die Stoïste liegt wieder ohne Begleitung vor dem Fischerhafen.

Für heute hat die Aviator-Duck den Besuch des Botanischen Gartens in Deshaies auf den Plan gesetzt. Der Botanische Garten war früher ein Privatgarten. Er umfasst 5,5ha Fläche und ist thematisch gegliedert. Es gibt verschiedene Bereiche, die unterschiedlich bepflanzt sind z.B. mit Palmen, mit tropischen Bäumen, mit Kräutern oder mit karibischen Pflanzen, die mit sehr viel bzw. sehr wenig Feuchtigkeit zurechtkommen.

Der 8km lange Weg über die Straße N2 ist uns nicht geheuer. Es gibt weder so etwas wie einen Seitenstreifen noch Ausweichmöglichkeiten, da die eine Seite der Straße von einer kleinen Betonmauer und die andere Seite von dichtem Buschwerk gesäumt ist, zumindest auf den ersten Metern, die ich einsehen kann. Außerdem höre und sehe ich die Fahrzeuge tags wie nachts dort entlangfahren, das reicht schon aus um den Bus zu wählen.

Wir sind früh auf dem Platz vor dem Hafen. Problem ist, dass es keinen Busfahrplan gibt. Sammeln sich einige Menschen an einer bestimmten Stelle auf dem Platz, ist zu erwarten, dass einer der Kleinbusse in nächster Zeit dort stoppen wird. So ist es auch und trotzdem ist es wie verhext. Als wir vor ein paar Tagen mit dem Bus nach Pointe Noire fahren wollten, hielten nur welche an mit Ziel Deshaies und heute ist es genau anders herum.

Ich sitze drei Stunden auf dem Platz, frage alle anhaltenden Busse nach ihrem Ziel und beschließe dann den Garten doch nicht zu besuchen, weil er für heute schlicht in der falschen Richtung liegt. Ich habe mich in ein Buch vertieft und mache heute einfach mal Leseurlaub. Gegen Mittag habe ich genug gesessen und gehe nach Pointe Noire.

Schildkröten gibt es hier nicht nur unter Wasser.

Hierhin ist der Weg etwas kürzer und verläuft meist an der Straße D22 entlang. Eine etwas kleinere Straße, die weniger befahren ist, dafür aber besser ausgebaut, teils sogar mit einer Art Bürgersteig.

Übergang von der D22 auf die N2 Richtung Pointe Noire.

Es ist mal wieder ganz schön warm, am Abend habe ich zu allem anderen 4l Wasser getrunken und war nicht einmal mehr Pipi machen als sonst auch.

Heute sehe ich andere Dinge auf dem Weg als beim letzten Mal. Irgendwie liegen mir eher die etwas technischeren Sachen im Auge.

Eine offene Werkstatt ist auch was schönes.
Die Wasseruhren sind offen zugänglich, meist in Plastikkästen gehüllt.
Die elektrischen Leitungen sind auch nicht sonderlich verpackt, dafür aber gut gekennzeichnet. Vielleicht ist es ja auch nur das Telefonkabel.

Die Briefkästen stehen vor den Häusern am Straßenrand um einfach zugänglich zu sein.

Jeder stellt seinen Briefkasten mit den Mittel auf, die er zur Verfügung hat.
Dem ein oder anderen scheinen die Briefkästen auch nicht so wichtig zu sein.
Dem nächsten wiederum doch.
Und manchmal passen kaum alle Namen drauf. Jean-Woldemar würde ich allein aufgrund des Namens gerne mal kennenlernen wollen.

Pointe Noire hat kaum 6000 Einwohner. Kaffee, Kakao und Holz spielen hier eine Rolle, dazu gibt es jeweils eine Stelle an der die Produkte präsentiert und verkauft werden z.B. im Maison du Cacao.

Neu und alt liegen dicht nebeneinander.
Die kleinen Boote sind entlang der Küste jeweils an Moorings festgemacht. Ich frage mich wie die Menschen zu ihren Booten kommen?

Einen kleinen Auszug des botanischen Gartens sehe ich auch unterwegs. Es ist spannend Früchte in natura zu entdecken, die es bei uns nur im Supermarkt zu kaufen gibt.

Würde sagen dies ist ein Granatapfel, wenn auch ein unscharfer.
Die Banane lässt sich eindeutig zuordnen. Richtig cool, wenn man nur aus der Haustür zu treten braucht und sich mal eben eine pflücken kann.
Eindeutig eine Pflanze, die mit wenig Feuchtigkeit zurecht kommt. Wirkt schon fast bedrohlich.
Auf Bequia haben wir an einer solchen Pflanze einen Colibri gesehen.

Zurück im Fischerhafen rutscht mir mein iPhone aus der Hosentasche und trifft genau den Spalt zwischen zwei Bohlen auf dem Steg, löst sich vom kabelgebundenen Headset und rutscht mit dem Adapter an den verdutzten Krebsen entlang ins Hafenbecken. Ich finde es nicht wieder, fahre zum Boot um mit Maske und Lampe weiter zu suchen, entdecke viele andere Dinge, drehe jeden Reifen, der in dem Bereich hängt oder liegt herum, muss mir eingestehen, dass das Handy jetzt bei den Krebsen wohnt und komme gerade noch vor dem Dunkelwerden wieder auf dem Boot an.

Blick vom Boot: die Hafeneinfahrt im Dunkeln.