Etmal 99.7nm noch 1937nm bis Faial (Horta)
Die Sonne geht jetzt natürlich an anderer Stelle auf als auf dem Weg in die Karibik. Die Zeiten mit 06:00 Uhr und 18:15 Uhr lokal für Sonnenauf- und -untergang sind noch in etwa die gleichen.

Mit der Temperatur steigt auch die Laune an Bord und bei durchaus frischem Wind können wir eine warme Dusche im Cockpit genießen. Es ist schon immer wieder erstaunlich mit welch geringen Ressourcen man so auskommt. Kai und ich benötigen inklusive gelegentlichem Duschen und Nutzung der Waschmaschine am Tag zusammen etwa 26l Wasser für unsere gesamte Versorgung. Der Strom kommt komplett aus den Solarmodulen und dem Windgenerator. Zuhause benötigen wir etwa 150l Wasser pro Tag. All diese Zahlen werden an Bord genau erfasst und auch benötigt, um die Autarkie tausende Kilometer vom nächsten Land zu gewährleisten. Zuhause machen wir das ähnlich. Das schafft ein ganz anderes Bewußtsein im Umgang mit den Dingen, die man für selbstverständlich hält, die es aber mit dem Blick in die Welt und auch schon in die Nachbarschaft gar nicht sind.
Genug der Philosophie. Auf der Rückseite der Kaltfront haben wir nun tolle Sichten und einzelne Vögel jagen tief über den Wellen nach Fisch. Kleine Schwärme fliegender Fische gesellen sich dazu, Von denen sind glücklicherweise bisher deutlich weniger an Deck gelandet als auf dem Hinweg. Von Walen und Delphinen, die wir gerne beobachten würden, gibt es jedoch gerade keine Lebenszeichen.
Apropos Lebenszeichen. Aktuell sind weniger als ein Dutzend Boote auf dem Weg zu den Azoren. Das wird sich Anfang Mai ändern, aber dann sind wir schon dort oder weiter auf dem Weg zurück nach Europa.

