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Sonntag, 12.04.2026

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Üblicherweise sind wir um 06:00 Uhr wach und stehen auf. Heute drehen wir uns nochmal rum und schlafen tatsächlich wieder ein. Wir wollen ausgeruht und entspannt in die erste Nacht starten. So beginnt ein schöner Morgen mit einem Sprung ins Wasser, einem ausgiebigen Frühstück und später der Erkenntnis, daß noch so viele Dinge anstehen, daß wir noch eine Nacht bleiben werden.

Mein morgendlicher Sprung ins Wasser wird gleich von Kai genutzt meine Rettung mit dem POB-NET zu testen. Fotos gibt es von der Greenpeace-artigen Rettung nicht zu sehen, da ich natürlich ohne Badehose unterwegs war. Soviel aber kann man sagen, es wird blaue Flecken geben, aber Kai konnte mich alleine mit dem Spifall und dem POB-NET wieder an Bord ziehen.

Das POB-NET hängt immer griffbereit an der Reeling

Es wird noch ein undichtes Scharnier an einer Luke eingedichtet. Und dann ist es an Kai ins Wasser zu springen, um mit Maske und Schnorchel den Propeller von dem starken Bewuchs zu befreien. Die scharfen Muscheln, welche überall am Rumpf wachsen, lassen ihre Unterarme ziemlich blutig aussehen.

Nun werden noch die Grabbags aktualisiert, frisches Wasser, Reisepässe, das Aufladen der Powerbank und des Garmin Inreach Notsenders sind fällig. Das oder besser die beiden Grabbags sind kleine wasserdichte Taschen mit den nötigsten Dingen, die im Fall der Fälle mit in die Rettungsinsel kommen.

Kais Schminkköfferchen ist in dem großen Sack, meine Notfallration Bier in dem kleinen (Späßle gemacht)

Mit dem Zerlegen des Dinghis schneiden wir auch unsere Verbindung zum Land ab. Es muss nach vier Monaten Zeit im Wasser gesäubert werden, sieht aber wesentlich besser aus als nach den paar Tagen in der dreckigen Bucht von Mindelo. Während Kai sich um dieses kümmert, baue ich an der Stelle am Heck, an der es bisher hing , die Windfahne an. Sie wird hoffentlich wie immer ein treuer Steuermann für uns sein.

Nachdem das Dinghi in zwei Taschen unter Deck verstaut ist, wird noch eine Leine vom Reff 3 entdrallt. Das ist meine Spezialität, bei der ich im Kreis tanze und so einen Gegendrall erzeuge. Für den entfernten Beobachter sicher eine leicht irrsinnige, aber effiziente Methode.
Die Tankstelle hat von 07:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Wir sind um kurz vor fünf mit allem durch und hetzen nicht mehr zum Tanken. Morgen früh geht’s los, im Hellen zwischen den Inseln herzufahren ist entspannter.

Jetzt sieht die Stoïste wieder aus wie ein Boot und nicht mehr wie eine Campingunterkunft auf dem Wasser. Zum Abend gibt es dann ein Tomatenrisotto mit genug Rest für den Tag auf See.