13. Tag auf See 918nm bis Grenada letztes Etmal 107nm Richtung Ziel
Wir genießen den letzten Tag des Jahres wie jeden anderen Tag zuvor auch. Es lebt sich einfach angenehmer mit einem halb vollen als einem halb leeren Glas.
Nun stellt sich die Frage, wann ist der Tag bzw. das Jahr zu Ende? In welcher Zeitzone begehen wir den Jahreswechsel UTC +1h also Hagener Zeitzone, UTC -3h also die aktuell hier geltende Zeitzone, UTC -4h also karibische Zeitzone oder alle nacheinander? Wir wissen es noch nicht.
Unser Bestreben ist es das Boot als Segelboot zu nutzen und auf den Motor nur dann zurückzugreifen, wenn es wirklich nicht anders geht. Daher starten wir auch diesen Tag immer wieder mal den Versuch unsere Windsteueranlage in Betrieb zu nehmen. Sie steuert so viel harmonischer, folgt dem Wind und nicht dem Kurs und frisst einfach null Energie, anders als der elektrische Autopilot. Die zahlreichen Seegrasfelder sind jedoch viel dichter und schwerer geworden und bleiben immer wieder so am Pendelruder hängen, dass es nach hinten hoch klappt und wir unsere Versuche dann doch einstellen.
Auch an der Angel bleibt das Seegras in großen Büscheln hängen, da lachen die Fische drüber, auch wenn wir beharrlich die Köder befreien. Seit Tagen haben wir nichts mehr gefangen. Als ob er unseren Wunsch gehört hat, beißt irgendwann ein schicker Thuna. Zufällig sehen wir, dass er drei, vier Anläufe nimmt um den Köder zu packen. Er schwimmt von der Seite darauf zu, greift an und bleibt dann an der Leine hängen.

Beim Aufholen geht der Fisch dann doch vom Haken. Zur Entschädigung beißt kurz danach ein kleinerer Fisch, wahrscheinlich ein Mahi-Mahi. Der geht aber schon vom Haken bevor wir an der Leine sind. Auch diesen Biß können wir zufälligerweise beobachten. Er nutzt die gleiche Taktik, kommt von der Seite und schnappt zu.

Wir entscheiden uns für einen Jahresübergang in der Hagener Zeitzone, da uns bereits einige Neujahrswünsche erreichen und stoßen mit Wunderkerzen an.

