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Sonntag, 04.01.2026

17. Tag auf See 483nm bis Grenada letztes Etmal 118nm Richtung Ziel

Der Morgen beginnt mit einem etwas höheren Stresslevel. Mit zwei dumpfen Schlägen am Rumpf, die wie harte Wellen klingen, ist auf einmal die Fahrt aus dem Boot. Statt gerade noch 6kt sind es nur noch 3kt Geschwindigkeit und das morgens früh um 07:00 Uhr. Da wir das Kielschwert hochgeschwenkt haben, kann nur etwas am Ruder hängen. Der Propeller ist in Segelstellung und durch den Skeg recht gut geschützt, da er ja im Moment nicht dreht. Trotzdem ein Riesensch….

Schwer zu erkennen, aber dicke Taue hängen an unserem Ruder und bremsen das Boot stark ab

Dicke Taue laufen vom Ruder nach hinten und ich erkenne im noch ziemlich dunklen Wasser einen sehr großen Kanister, den wie unter Wasser hinter uns herziehen. Was gilt es tun? Erst einmal Ruhe bewahren und FORDEC durchspielen: Facts Options Risks Decision Execution Check Options: Aufstoppen und Tauchen? Bootshaken? Kelpcutter? oder?

Aufstoppen ist bei viel Wind nur bedingt möglich. Wir haben das Groß gesetzt, müssen zum Bergen in den Wind, dürfen keinen Motor verwenden, um nichts um die Propellerwelle zu wickeln … das ist nur die letzte Option
Bootshaken naja, der ist aus dünnem Aluminium und kann unter der Last und bei den dicken Tauen von sicher viermal 30mm nicht viel ausrichten
Kelpcutter Das ist ein sehr massiver Holzstiel mit einer Säge am Ende, welcher in Patagonien zum Schneiden der dicken Algen (Kelp) verwendet wird, die sich auch schon mal mit Bootsteilen verheddern
Oder Während ich den Kelpcutter aus dem hinteren Bad an Deck bringe, kommt mir die Idee die untere Hälfte unseres Ruders hochzuschwenken. Der obere Teil ist fest am Skeg angebracht, eigentlich kann das Ungetüm nur am unteren hängen. Also Backskiste auf und das Ruder mittels Hydraulik hochpumpen. Et voilà unser Fremdkörper mit Tauen und allem verschwindet achtern aus. Ich staune nicht schlecht, als neben dem Kanister auch noch eine Schwimmplattform von 4qm Größe auftaucht. Es reicht noch schnell für ein Foto, bevor alles hinter einer Welle verschwindet.
Check alles wieder im Lot auf dem Riverboot 🙂 Glück gehabt

Die Schwimmplattform und ein großer Kanister

Der Rest des Tages ist eher beschaulich und wir segeln bei gutem Wind nördlich unseres Zielkurses, aber das werden wir morgen ändern und heute Abend Pasta mit Spinat und Gorgonzola zum Abendessen genießen.

Täglich wieder und immer wieder anders

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Klein

    Ihr solltet Lotto spielen 🫢🍀

  2. Philipp Hilker

    Da genießen wir doch lieber das Glück auf dem Wasser als im Portemonnaie. Viel schöner als dieser kleine Segeltörn kann es kaum sein.

    1. Annemarie Uebe

      Ihr fangt an ja die erstaunlichsten Dinge: Fische mit ulkigen Namen und auch noch eine Badeplattform….gut, dass ihr die wieder so elegant loswerden konntet. Bei uns war heute auch sehr schönes Wetter mit Sonnenschein. Soll sich aber in den nächsten Tagen deutlich ändern. Liebe Grüße Annemarie

  3. Rainer

    Was da alles so auf oder in dem Atlantik schwimmt?! Falls Ihr Willson trefft, macht ein Foto. Eure Karte ist gestern eingetroffen, vielen Dank! Ich verfolge Euch hier weiter und wünsche Euch immer viel Glück und ne handbreit Wasser unterm Kiel!

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