9. Tag auf See 1326nm bis Grenada letztes Etmal 87nm Richtung Ziel
Am heutigen Morgen sind wir schon ein gutes Stück Richtung Süden gekommen. Die Wassertemperatur beträgt inzwischen über 26° Celsius. Eine Folge der höheren Wassertemperatur ist die starke Vermehrung des Sargassum Seegrases. Es findet sich nicht nur wie hier fleckig, sonderen auch als quadratkilometergroßer Teppich. Diese Seegras-Teppiche bringen sogar unser Boot zum Stillstand und kleinere Mengen reichen um unsere Windsteueranlage ausfallen zu lassen. Das im Wasser laufende Pendelruder klappt durch das daran hängende Seegras nach hinten und kann nicht mehr steuern. Um dies zu beheben, muss das Boot fast komplett gestoppt werden, da das Ruder aus dem Wasser geholt werden muss um mit Werkzeug wieder in die richtige Position gebracht zu werden. Nachts im Dunkeln geht das nicht, da muss dann der elektrische Autopilot ran.


Es sind jetzt auch schon etliche Wochen seit die letzte Gelegenheit für einen Friseurbesuch war. Also nimmt Kai kurzer Hand den Langhaarschneider und mäht die dichte Wolle von meinem Kopf.


Die See ist seit Tagen mit ein bis zwei Meter Welle recht ruhig, immer wieder mal gehen trotzdem einzelne größere Wellen über das Boot und Wasser läuft durch jede offene Luke. Die Wärme hier im Süden lässt es schnell trocknen, zurück bleiben jedoch große Salzkristalle.

Am Nachmittag haben wir den Breitengrad 12° Nord nach Süden überschritten und wenden am Abend wieder Richtung Westen, um von hier den etwas stärkeren Wind zu nutzen. Die Segel liegen nun auf Backbord und es geht mit raumem Wind in die Richtung des noch weit entfernten Ziels.

Kai kocht heute Abend eine sehr leckere Gemüsepfanne mit frischer roter Bete, Apfel, Zwiebel und Feta dazu Strozzapreti (Priesterwürgernudeln), deren Form der Legende nach auf eine Gruppe sehr hungriger Mönche zurückgeführt wird.

