Du betrachtest gerade Samstag, 17.01.2026
Palm Island

Samstag, 17.01.2026

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Allgemein

Als wir gestern aus der Bucht gesegelt sind, mussten wir einen Kurs gegen den Wind nehmen, um zu unserem Ziel zu kommen. Zu Beginn, um die Inseln herum, konnten wir noch schön segeln. Der Spaß war jedoch kurz vor der Ankerbucht vorbei, da der Wind ohne den Einfluss der Inseln gedreht hat und somit keinen Spielraum zum Segeln ließ. Wir haben den eisernen Wind gestartet und sind unter Motor gekreuzt. Zu Kreuzen bedeutet im Zick-Zack-Kurs gegen den Wind zu fahren, also mal das Segel auf der Steuerbordseite und mal auf der Backbordseite zu fahren, um so doch noch zum Ziel zu kommen.

Auf dem Kartenplotter ist ein wenig vom Zick-Zack-Kurs zu sehen.

Mit der Ovni macht es wenig Sinn zu kreuzen, da die Winkel, mit denen man arbeiten kann, sehr groß sind. Sie ist halt konstruktiv für Langfahrt gebaut und nicht zum Regattasegeln.

Wir mitten auf dem Atlantik, hier allerdings mit anderen Windverhältnissen.

Da wir erst lange nach Sonnenuntergang unser Ziel erreicht hätten und im Dunkeln die Stellen, an denen der Anker gut liegt, nicht zu sehen sind, haben wir unser Ziel geändert. Auch dort sind wir erst mit Dunkelwerden eingetroffen, jedoch ist die Bucht so konfiguriert, dass das Ankern hier unproblematisch ist. Meistens jedenfalls. Das einzige Boot, das mit uns in der Bucht liegt, ist ein 50ft großer Katamaran. Manchmal ist die Bucht auch mit mehr als zehn Booten belegt. Die Besatzung des Katamarans war in dem Restaurant auf der Insel und hat die kulinarischen Köstlichkeiten um flüssiges Beiwerk ergänzt.

Das Geheimtip-Restaurant in der Grand Anse Bay

In der Nacht haben sie ein Ankerproblem wahrscheinlich aufgrund eines Schauers, der zu einer Änderung der Windrichtung und-stärke geführt hat. Dadurch ändert sich der Zug auf den Anker und wenn nicht genügend Ankerkette liegt, kann sich der Anker lösen. Solche Ereignisse treten immer dann ein, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann. Die Truppe ist hektisch an Bord aktiv, glücklicherweise treibt der Katamaran aus der Bucht. Sie brauchen einige Zeit um den Anker neu zu setzen, dann kehrt Ruhe ein. Heute morgen ist das Boot nicht mehr da. Wir schauen nach ihrem AIS-Signal und sind beruhigt, dass sie sechs Seemeilen weiter südlich in einer Bucht ankern.

Wir schnorcheln in der Bucht, die von uns sofort den Namen Seesternbucht erhält. Es ist herrlich! Kaum Strömung, jede Menge Muscheln und Steine an denen sich die Fische aufhalten

Wer findet den Fisch?

und in den sandigen Bereichen noch viel mehr Seesterne.

Ein, zwei,
drei
vier
fünf
sechs
sieben
acht Seesterne und das sind nur die besonders schönen…

Auf dem Weg zurück zum Boot beginnt es zu regnen. Ein Schauer zieht durch die Bucht und putzt nicht nur das Boot sauber, sondern beeindruckt uns auch unter Wasser.

Regentropfen prasseln auf die Wasseroberfläche.

Gegen 11:00 Uhr beginnen wir unser Inselhopping. Wir segeln hoch am Wind nach Union Island, einer Insel des Staates St.Vincent and the Grenadines.

Die nächste Gastland-Flagge wird aufgezogen und natürlich wieder die Quarantäneflagge.

Hier suchen wir mit dem Dinghi die Büros von Customs and Immigration auf, klarieren ein und gehen ein paar Schritte über die Insel.

Hinter dem Grün befindet sich der überdachte Marktplatz.

Kurz vor dem Marktplatz werden wir von einem Mann angesprochen, der uns Obst und Gemüse verkaufen möchte. Wir folgen ihm zu den Verkaufsbuden, die an einen Weihnachtsmarkt erinnern und kommen ins Gespräch. Er heißt Hermann, war bis vor vier Jahren in Deutschland, hat dort im Bereich Essen, Oberhausen, Düsseldorf gelebt und wird deswegen Herman the German genannt. Er betreibt den Marktstand mit seiner Mutter, die für die Rechnung zuständig ist. Auch auf dieser Insel hat Beryl seine Spuren hinterlassen. Häuser sind beschädigt, Dächer abgedeckt, vieles befindet sich im Neuaufbau.

Ein Gebäude in der Nähe des Dinghi-Docks wird wieder aufgebaut.

Hermann erzählt uns, dass er inoffiziell „minister of information“ genannt wird, weil er nach dem Hurrikan die Einheimischen vernetzt und mit Neuigkeiten versorgt hat, sozusagen als Informationsknotenpunkt der Insel. Nach unserem Einkauf erhalten wir eine kleine Ananas geschenkt, fahren zurück zum Boot, nehmen die Quarantäneflagge runter und setzen unser Inselhopping fort.

Eine Gedenktafel für die Opfer des Hurrikans.

Nach knapp vier Seemeilen erreichen wir Saline Bay auf Mayreau und ankern neben einer Ovni 435, die wir kurz zuvor ankernd vor Union Island getroffen haben. Das junge französische Paar kommt auf dem Weg vom Strand mit dem Dinghi zu einem kurzen Stopp vorbeigefahren. Wir unterhalten uns auf englisch und erfahren, dass ihre Ovni Glencoe in 2020 ein Refit erhalten hat und die Werknummer 35 trägt. Sie ist somit 10 Boote vor unserer gebaut worden.

Alubat Ovni 435

Auch in dieser Bucht regnet es. Das beschert uns einen wunderbaren Regenbogen.

Der Regenbogen passt nicht komplett aufs Bild.