15. Tag auf See 700nm bis Grenada letztes Etmal 110nm Richtung Ziel
Da fängt das Jahr doch gut an. Diesmal hat ein Mahi-Mahi gebissen, der so groß ist wie der Thunfisch, der nicht bei uns bleiben wollte.

Bisher ist der Fisch im Ganzen im Backofen gelandet, diesmal muss er filetiert werden, weil er sonst nicht passt. Zum Filetieren ist ein scharfes Messer mit flacher Klinge sehr hilfreich, eben dieses fehlt an Bord, so dass Philipp beim Zerlegen leise vor sich hin schimpft. Nachher beim Essen jedoch nicht.

Unsere Seereise bringt einen interessanten medizinischen Aspekt mit sich. Wir wissen nun sicher, dass wir beide nicht photosensibel sind. Nahezu 24h am Tag, zumindest in hellen Nächten, sind wir einer Photoprovokation ausgesetzt. Aufgrund des Kurses scheint die Sonne durch unseren Windgenerator und wirft flirrenden Licht in jede Ecke des Cockpits. Auch mit geschlossenen Augen lässt sich das sehr gut wahrnehmen. Da bisher kein cerebrales Ereignis zustande gekommen ist, schließe ich das jetzt auch einfach mal aus;)
Am Abend ändern wir dann wieder den Kurs und segeln in Richtung Nordwesten. Das Sargassum nimmt immer weiter zu. Dutch den Kurswechsel kommen wir mit der Windfahnensteuerung tatsächlich gut durch die Nacht.

So langsam denken wir schon einmal an die Dinge, die wir vor der Ankunft in Grenada erledigen müssen. Mindestens 24 Stunden vorher müssen wir uns über ein spezielles Portal anmelden. 25 US$ Gebühr bezahlen und später noch einmal 20 US$ oder 60EC$, East Caribbean Dollar. Überraschend melden sich Bekannte mit einem baugleichem Boot, welche wie wir im Trans-Ocean Verein sind. Sie liegen bereits vor Grenada in einer Bucht und geben uns wertvolle Tipps. Damit haben wir schon einmal einen Anlaufpunkt und es ist ziemlich schön, wie offen und freundlich alle miteinander umgehen. Sie stellen auch gleich eine Frage, die wie selbstverständlich ist nach so einer langen Überfahrt: Habt Ihr viel zu reparieren?

In unserem Fall sind es tatsächlich nur Kleinigkeiten. Dinge, welche aktuell so nebensächlich sind, daß wir sie bis zur Ankunft entspannt aufschieben können. Das 3. Reff werden wir nur bei Sturm brauchen und den haben wir aktuell nicht mehr zu erwarten. Ein Mastrutscher mit Segellattenhalterung muss noch mal provisorisch instandgesetzt werden, Ersatz liegt bereits zuhause. Dann muss noch die Windfahnensteuerung demontiert werden, da sie auf den kurzen Distanzen in der Karibik nicht notwendig ist, wir so aber hinten Platz haben, um das Dinghy an den Davids aufzuhängen. Dafür muss noch das Aufhängegeschirr angepasst werden, aber auch das erst, wenn wir vor Anker liegen.
Auf dem neuen Kurs rauschen wir ziemlich zügig grob Richtung Grenada, aber morgen soll der Wind abnehmen und dann wird es wieder langsamer werden.
