Der heutige Tag wird bunt. Wir starten früh um die Formalitäten zu erledigen. In der Bucht, in der wir ankern, gibt es weder ein Büro der Einwanderungsbehörde noch eines vom Zoll. Diese sind zu Corona Zeiten geschlossen und nicht wieder geöffnet worden. Wir fahren mit dem Bus in die Bucht St. George’s, dort im Hafen gibt es das Immigration and Customs Office. Wir benötigen unsere Reisepässe, die Schiffspapiere sowie eine Crewliste und XCD East Caribbean Dollar. Letztere erhalten wir leihweise von Cordula und Andi, die bereits die Busfahrpläne parat haben und uns zu allen wichtigen Punkten in der St. George’s Bay führen. Was ein Luxus!

Bus ist allerdings etwas zuviel gesagt. Auf der Insel wird der ÖPNV mit asiatischen Kleinbussen bewältigt. In einen Bus, etwas kleiner als ein VW Bus, werden hinter die 3er Fahrerbank noch vier Sitzreihen aus 3er Bänken und einem Klappsitz gebaut. So passen 19 Personen in den Bus. Während der Fahrt macht der Busfahrer mit lautem Hupen auf sich aufmerksam, denn er bekommt ganz offensichtlich einen Teil der Einnahmen für sich und hat daher größtes Interesse den Bus immer voll zu haben und die Strecke möglichst schnell zu absolvieren. Das ist ein sehr spannendes Erlebnis und man kommt einander sehr nahe. 😉

Ganz auffällig ist die Freundlichkeit mit der man uns begegnet. Alle, ob groß oder klein, grüßen sehr freundlich und ohne nachzufragen rät einem ein LKW-Fahrer, daß wir auf alle Fälle genug trinken sollen, da es heute sehr heiß werde. Das Leben ist einfach, aber alle sind entspannt. Allerdings trifft man auch Mittags schon jede Menge Menschen, die als Erfrischung ein Carib Bier in der Hand haben oder ihre Tüte gemütlich am Ufer rauchen.

Nachdem wir bei zwei sehr freundlichen Beamten einklariert haben, machen wir uns auf den Weg zum nächsten, übernächsten und noch zwei weiteren Geldautomaten. Am vierten sind wir tatsächlich erfolgreich und bekommen East Caribbean Dollar. Das Vorgehen kennen wir allerdings auch schon von den Kapverden. Wir erledigen einen kleinen Einkauf auf dem Markt und sind dann, nach einer sehr abenteuerlichen Fahrt zu 19 Insassen im Kleinbus, wieder am Dinghi-Dock und fahren zu unserem Boot. Zurück an Bord können wir die Quarantäneflagge abnehmen, da wir jetzt einklariert haben. Sie hat nichts damit zu tun wie es uns geht sondern dient als Anzeigeinstrument.

Die Vielzahl an Eindrücken, Gerüchen und Geräuschen und die geballte Ansammlung an Menschen bilden ein wahres Kontrastprogramm zu den drei Wochen auf See.
Bevor wir aus St. George’s zurück in die Woburn Bay fahren, legt ein Kreuzfahrtschiff an. Es ist die Norwegian Sky, die wir in Mindelo bereits gesehen haben.
Tagsüber ist es recht warm und die Sonne brennt sehr heiß vom Himmel. So lassen wir es langsam an und gehen am Abend noch einmal an Land an der Bucht entlang.
