6. Tag auf See 1672nm bis Grenada letztes Etmal 132nm
Am Morgen lassen wir die dunklen Wolken, aus denen in der Nacht auch etwas Regen gefallen ist, hinter uns. Eigentlich ist das Wetter hier jede Stunde anders. Mal so bedeckt wie auf dem Bild und eine Stunde später wieder sonnig und hell. Diese Abwechslung, auf die man keinen Einfluss hat, die jeder nur akzeptieren kann und an welche man seine Segel entsprechend anpassen muss, ohne zu klagen oder zu schimpfen, ist tatsächlich ein Geschenk.

Dann beginnt der Tag mit Milchreis, Tangerinen und frischer Petersilie aus dem bordeigenen Kräutergarten. Der Weihnachtstrubel ist fern, aber natürlich freuen wir uns über all die Grüße zum Fest, eine kurze Videokonferenz mit Freunden, die gerade in Namibia zum Segelfliegen sind und denen, welche die Skipisten Österreichs unsicher machen. Auch weit weg von jedem ist so doch immer ein Gefühl von Verbundenheit vorhanden.

Während Kai den tollen Kampot Pfeffer, welchen und Julia und Walli uns mit auf die Reise gegeben haben, für die Marinade des abendlichen Kartoffelsalates klein schneidet,

lasse ich mal den Köder, den ich von unseren Freunden Anja und Gregor bekommen habe, zum ersten Mal an der Handleine ausrauschen.


Bei uns gibt es heute ganz klassisch Kartoffelsalat und Bockwürstchen, die dicken Sauerländer von Metten. Fast wie daheim und doch ganz anders.
